zu 2.) Freie Wahl eines Kfz-Sachverständigen

Nur durch die freie Auswahl eines Sachverständigen ist gewährleistet, dass sämtliche Ansprüche des Geschädigten im Rahmen des Fahrzeugschadens ermittelt werden.

Die Kosten für die Inanspruchnahme eines eigenen Sachverständigen sind Bestandteil des Gesamtschadens und müssen von der gegnerischen Versicherung übernommen werden. Der Gesetzgeber sieht es als "Waffengleichheit". Es ist auch einleuchtend: Wenn derjenige den Schaden schätzt der ihn auch zu bezahlen hat dann macht man den Bock zum Gärtner.

Die wesentlichen Vorteile eines "eigenen" Gutachtens sind wie folgt:

1.) Die Erstellung eines Gutachtens dient zur Beweissicherung und genauen Feststellung der Schadenhöhe.

2.) Das Gutachten gibt dem Geschädigten ein Dokument zur Hand, mit dem er seine Ansprüche gegenüber der Versicherung sowohl aussergerichtlich als auch im Klageverfahren geltend machen kann.

3.) Durch ein eigenes Gutachten verfügt der Geschädigte über ein Dokument, mit dem er auch eine Kontrollmöglichkeit gegenüber der Werkstatt hat.

Bei mangelhafter oder unzureichender Ausführung der Reparatur kann z.B. der Sachverständige zur Überprüfung der Reparaturqualität herangezogen werden.

Gängige Praxis ist, dass die meisten Geschädigten die Beauftragung eines Sachverständigen dem Reparaturbetrieb überlassen.

4.) Ein Schadengutachten spielt auch eine erhebliche Rolle bei eventuellen gerichtlichen oder außergerichtlichen Auseinandersetzungen, z.B. wenn das gegenständliche Fahrzeug vor Regulierung bereits instand gesetzt oder zwischenzeitlich veräußert wurde.

5.) Wertminderung: Bei neuen Fahrzeug entsteht eine Wertminderung. Diese ermittelt der Sachverständige. Kein Gutachten bedeutet keine Wertminderung!

Das Recht zur Erteilung eines Gutachtenauftrages obliegt einzig und allein dem Geschädigten.